Drama
Schwimmen
Spielfilm
D 2018
ab 12
95 Min. (101 Min.)
Nach einem körperlichen Zusammenbruch Elisas, der von ihren MitschülerInnen gnadenlos mit Handys gefilmt wird, drehen die Freundinnen Elisa und Anthea die Kameras aus Rache einfach um.
Nach der Trennung von Elisas Eltern gerät das Leben der 15-jährigen aus den Fugen. Mit Mutter Anna muss sie aus dem gemeinsamen Einfamilienhaus am Stadtrand in eine Sozialwohnung mitten in Berlin-Neukölln ziehen. Ihr Körper reagiert auf den Stress mit Ohnmachtsanfällen. Während einer solcher Episode nach dem Schwimmunterricht nehmen Ihre Mitschüler*innen Elisas Verletzlichkeit zum Anlass, sie zum Opfer in der Klasse zu machen. In diesem Moment tritt Anthea in ihr Leben. Sie ist schön, selbstbewusst und unerschrocken und holt Elisa in kürzester Zeit aus ihrer wehrlosen Starre heraus. Die beiden werden beste Freundinnen und entwickeln ein Spiel, in dem sie alles, was sie tun, mit den Kameras ihrer Handys festhalten. Elisa nutzt die Nachtschichten ihrer Mutter, um mit Anthea und ihrem älteren Bruder Pierre durch die Clubs zu ziehen, und erlebt mit ihrer neuen Freundin einen rauschhaften Sommer. Anthea beschützt sie, gibt ihr Selbstvertrauen und Halt. Beide Mädchen füllen füreinander die Leerstellen, die durch die Trennung von Elisas Eltern und die mangelnde Zuneigung in Antheas Familie entstanden sind. Doch Anthea gibt immer den Takt vor. Schon bald kommen sie auf die Idee, die Kameras umzudrehen und aus Rache heimlich diejenigen Mitschüler*innen zu filmen, die Elisa auf ähnliche Weise fertiggemacht haben. Um vor ihr nicht feige zu wirken, sammelt und verschickt Elisa ein kompromittierendes Video nach dem nächsten. Bald schon brauchen sie dieses Spiel, um ihren Zusammenhalt aufrechtzuerhalten und aus ihrer innigen Freundschaft entwickelt sich eine zerstörerische Dynamik, die bedrohlich wird für alle, die den beiden in die Quere kommen. Die Symbolik des Titels wird von Autorin und Regisseurin Lucie Loose thematisch ausgespielt und visuell sehr stark von Kamerafrau Anne Bolik - auch mit den privaten Videoaufnahmen als zweite Erzählebene - umgesetzt. Luzie Loose gelingt ein sensibles und glaubwürdiges Porträt zweier Mädchen an der Schwelle zum Erwachsensein. Sie stellt mit dem immer aggressiver werdenden Machtspiel der Freundinnen, die damit zwar versuchen, Kontrolle über andere auszuüben, letztlich aber nur Kontrolle über ihr eigenes Leben zurückerlangen wollen, auf berührende Weise die existenzielle Suche nach Liebe und Geborgenheit in den Mittelpunkt.
Diese und 50.000 weitere Sendungen in
Mitwirkende
Stephanie Amarell
Elisa
Lisa Vicari
Anthea
Alexandra Finder
Elisas Mutter
Jonathan Berlin
Pierre
Bjarne Meisel
Constantin
Deborah Kaufmann
Antheas Mutter
Christian Heiner Wolf
Sigurd
Mohamed Issa
Tito
Jürg Plüss
Ralph
Cornelius Schwalm
Lehrer
Felix Lari Strümpel
Hannes
Ralph Hönicke
Schwimmlehrer
Luzie Loose
Regie
Anne Bolick
Kamera
33244396