Europamagazin
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• Russland: Wahl zur neuen Duma 450 Abgeordnete umfasst die 2. Parlamentskammer der Föderationsversammlung von Russland. Laut Verfassung sollen sie in freier und geheimer Wahl bestimmt werden. Doch die politische Realität Russlands sieht anders aus. Wer sich offen Kreml-kritisch gibt oder gar in Opposition zu Präsident Putin stellt, hat keine oder nur minimale Chancen, in die Duma gewählt zu werden. Neben möglichen Oppositionellen fürchtet die Kreml-Führung bei der anstehenden Wahl auch die wachsende Lethargie unter den gut 110 Millionen Wahlberechtigten. • Dänemark: Sozialdemokraten und Migration Während die meisten sozialdemokratischen Parteien in Europa noch nach einer Strategie zum Umgang mit dem Thema Migration suchen, setzen die dänischen Sozialdemokraten auf eine radikale und restriktive Einwanderungspolitik. Auffangzentren für Migranten sollen außerhalb Europas aufgebaut werden. Ebenso soll das Recht auf "spontanes Asyl" abgeschafft werden - also die Möglichkeit, im Land selbst oder an der Grenze einen Asylantrag zu stellen. Im Gegenzug würde Dänemark Flüchtlinge entsprechend einer Quote der Vereinten Nationen aufnehmen. Strengere Voraussetzungen betreffen auch den Familiennachzug, insbesondere Ehepartner, die immer höhere Hürden überwinden müssen, um Einlass in Dänemark zu finden. Der harte Kurs unter Regierungschefin Mette Frederiksen zahlt sich für die Sozialdemokraten offenbar in der Wählergunst aus. • Großbritannien: Flüchtlinge im Ärmelkanal Die Überfahrt von Frankreich nach Großbritannien durch den Ärmelkanal in Schlauchbooten oder altersschwachen Kuttern ist gefährlich. Die besonderen Strömungsverhältnisse sowie der dichte Schiffsverkehr stellen für ungeübte Seefahrer hohe Risiken dar. In diesem Jahr sind schon mehr als 13.500 Menschen auf diese Weise ins Vereinigte Königreich gelangt. Das sind schon jetzt 5000 mehr als im ganzen Jahr 2020. London möchte, dass Paris dem einen Riegel vorschiebt. Frankreich zögert und verweist darauf, dass Großbritannien nicht mehr Teil der EU und damit gemeinsamer Asylpolitik ist. Die britische Innenministerin will Migrantenboote zurückschicken. Kritiker halten das für nicht umsetzbar. London denkt über eine Reihe drastischer Maßnahmen nach, Flüchtlinge am Betreten Großbritanniens zu hindern. • Schweiz: Sonnenenergie von der Staumauer In mehreren Referenden haben sich die Eidgenossen dafür ausgesprochen, aus der Atomkraft auszusteigen. Das bedeutet, dass die Schweiz noch mehr auf erneuerbare Energie setzen will. Derzeit erzeugen zahlreiche Wasserkraftwerke in der Schweiz 57 Prozent des Strombedarfs. Nachholbedarf besteht vor allem bei Sonnenergie. In den Glaner Alpen ist gerade eine Staumauer mit Photovoltaik-Elementen bestückt worden, um in gut 2500 Meter über dem Meeresspiegel Strom zu erzeugen. Das ist nur eines von vielen interessanten Vorhaben, die Energieversorgung der Eidgenossenschaft nachhaltiger zu gestalten. • Zypern: Tod der Karettschildkröten durch Plastik Die Lara Bay im äußersten Westen Zyperns gehört zum wichtigsten Brutgebiet für unechte Karettschildkröten. Diese Meeresbewohner können bis zu 110 Kilo schwer und an die 100 Jahre alt werden. Allerdings erreichen das immer weniger Exemplare. Einer der Hauptgründe dafür ist die Verseuchung der Meere mit Plastikmüll. Als Allesfresser vertilgen die Schildkröten neben ihrer normalen Beute - Tintenfische, Krebse, Schwämme und Quallen - auch jede Menge Plastik. Gefährlich ist Plastik aber auch an Land, wenn Plastikplanen am Strand die Gelege der Schildkröten abdecken und damit eine Überhitzung der abgelegten Eier bewirken. In der Lara Bay bemühen sich Tierschützer darum, die Brutgebiete der unechten Karettschildkröte plastikfrei zu halten und die Gelege der Reptilien zu schützen.
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