Das vielleicht beste Justizdrama aller Zeiten
Gerichtsfilm
Anatomie eines Mordes
Spielfilm
USA 1959
ab 12
155 Min. (161 Min.)
Pro Tipp
16:9
Originaltitel: Anatomy of a Murder
Leutnant Frederick Manion hat, nachdem seine Frau Laura angeblich von einem Barbesitzer vergewaltigt wurde, ihren Peiniger erschossen. Ex-Staatsanwalt Paul Biegler übernimmt seine Verteidigung.
Ein vielfach dekorierter US-Leutnant ist angeklagt, den Vergewaltiger seiner Ehefrau umgebracht zu haben. Vor Gericht erkämpft sein Strafverteidiger ein überraschendes Urteil. Der psychologische Kriminalthriller mit James Stewart als Rechtsanwalt seziert mit den Spannungselementen eines Sensationsprozesses fast wissenschaftlich die seelische Anatomie der Beteiligten. Für seine Rolle erhielt Stewart 1959 eine Oscarnominierung. Der junge Leutnant der US-Armee, Frederick Manion, steht wegen Mordes vor Gericht. Er soll in einer Kleinstadt den Barbesitzer Quill erschossen haben. Der Fall scheint eindeutig. Rechtsanwalt Paul Biegler soll die Verteidigung übernehmen. Bevor dieser allerdings endgültig das Mandat annimmt, lässt er sich vom Angeklagten den Hergang erzählen. Manion begründet die Tat damit, dass Quill seine Frau Laura vergewaltigt habe. Der Polizeiarzt hat bei Laura allerdings keinerlei Spuren einer Vergewaltigung gefunden. Außerdem ist zwischen der angeblichen Vergewaltigung und Manions Tat ungewöhnlich viel Zeit verstrichen. Deshalb plädiert die Staatsanwaltschaft auf Mord. Bei seinen Gesprächen mit Manion erkennt Biegler dessen Eifersucht und Jähzorn. Er sieht darin eine Chance für die Verteidigung. Mithilfe seines alten Freundes und Kollegen Parnell McCarthy gräbt er ein Präzedenzurteil aus. Biegler plädiert daraufhin auf Unzurechnungsfähigkeit aufgrund eines unwiderstehlichen Impulses - und damit auf Freispruch. Doch Staatsanwalt Claude Dancer liefert Biegler während der Verhandlung ein wortgewaltiges Duell. Regisseur Otto Preminger lässt in seinem meisterhaft inszenierten Thriller Ankläger und Verteidiger um die Frage kreisen, inwieweit Laura selbst für die Tat verantwortlich ist und ob ihr Mann tatsächlich im Affekt handelte.
"Anatomie eines Mörders" mit der Musik von Duke Ellington (mit Kurzauftritt) und der Poster- und Titelgestaltung von Saul Bass gilt vielen als bestes Justizdrama der Filmgeschichte. Preminger und seinen exzellenten Darstellern gelingt es, aus einem scheinbar einfachen Mordfall das Porträt einer Gesellschaft - und ihrer Segmente wie der Armee, der Kleinstadt, der Jurisprudenz - zu entwickeln. Der Film entfaltet dabei seinen ganz eigenen Sog, indem er den Protagonisten immer größere Ambiguitäten zumutet. Bis das Bild so reichhaltig, aber auch so widersprüchlich ist, dass sich die Wahrheit immer schwerer erkennen lässt.
Diese und 50.000 weitere Sendungen in
Mitwirkende
James Stewart
Paul Biegler
Lee Remick
Laura Manion
Ben Gazzara
Lt. Frederick Manion
George C. Scott
Gen. Claude Dancer
Arthur O'Connell
Parnell Emmett McCarthy
Eve Arden
Maida Rutledge
Kathryn Grant
Mary Pilant
Orson Bean
Dr. Matthew Smith
Russ Brown
George Lemon
Murray Hamilton
Alphonse Paquette
Ken Lynch
Det. Sgt. James Durgo
John Qualen
Deputy Sheriff Sulo
Brooks West
Dist. Atty. Mitch Lodwick
Howard McNear
Dr. Dompierre
Alexander Campbell
Dr. W. Gregory Harcourt
Ned Wever
Dr. Raschid
Jimmy Conlin
Clarence Madigan
Royal Beal
Sheriff Battisfore
Joseph Kearns
Lloyd Burke
Don Ross
Duane 'Duke' Miller
Lloyd Le Vasseur
Court Clerk
James Waters
Army Sergeant 1st Class
Joseph N. Welch
Judge Weaver
Otto Preminger
Regie
Wendell Mayes
screenplay
Sam Leavitt
Kamera
Duke Ellington
Musik
43530416