Kritisch reisen
Folge 22 | Tourismus
Überfüllte Wanderparkplätze, genervte Anwohner, hoffnungsvolle Gastgeber: Auf die Eifel wirkte die Pandemie im vergangenen Jahr wie ein Brennglas. Der lange Lockdown und die unsichere Reisesituation sorgten dafür, dass die Besucherzahlen in die Höhe schossen. Entsprechend groß waren die Erwartungen, aber auch die Befürchtungen für 2021. Denn nur eine gute Autostunde von den großen Ballungsgebieten des Rheinlands entfernt locken eine unberührte Natur, ein funkelnder Sternenhimmel und Nordrhein-Westfalens einziger Nationalpark. Warum also in den Flieger steigen, wenn das Urlaubsparadies vor der Haustür liegt? In der Eifel hat man sich deshalb dieses Mal vorbereitet auf einen Ansturm, Konzepte erarbeitet, sich Gedanken gemacht, wie Naturschutz und Massentourismus zusammen gehen können. Doch erst war der Sommer eher kühl und verregnet - und dann kam die Flut. Und jetzt? Hofft man auf einen guten Spätsommer und die Herbstferien. "Der Massentourismus hat uns im letzten Jahr brutal erwischt", gesteht Marco Schmunkamp, Bürgermeister von Nideggen, einer kleinen Eifelstadt oberhalb des Rurtales. Weil der Parkplatz des Beachclubs am Ufer der Rurtalsperre völlig überfüllt war, parkten die Touristen kreuz und quer, blockierten Rettungswege und Einfahrten. Die Anwohner schlugen Alarm. In diesem Jahr sollte alles besser werden und ein Shuttle-Service das Parkchaos verhindern, hofft der Bürgermeister.
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