Gesellschaft + Soziales
Re:
Folge 758
Reportage
D 2021
35 Min.
Stereo
16:9
Häute aus Apfel, Biobüffel und Kaktee
Im Fokus des Reportagemagazins steht Europa. In jeder Sendung wird über ein europäisches Thema, einen außergewöhnlichen Menschen und seine Geschichte oder ein europäisches Projekt berichtet.
"In der Lederindustrie ist über viele Jahrzehnte wenig passiert. Wir wollten eine Alternative finden, die unsere Ressourcen schont und weder dem Anwender und noch dem Endverbraucher schadet," sagt Thomas Lamparter von der gläsernen Gerberei in Reutlingen. Hier im ehemaligen Herz der deutschen Lederindustrie haben sie eine Methode entwickelt, die über Deutschland hinaus Furore macht: Die Gerbung mit Olivenblättern. Das Laub der mediterranen Pflanze war bis dato ein Abfallprodukt der Ölproduktion, jetzt ist es der Grundstoff für eine Innovation. Auch die Automobilbranche reagiert auf den wachsenden Wunsch der Kundschaft, ressourcenschonendere Autos zu fahren, hier spielt für viele Käuferinnen und Käufer auch die Innenausstattung eine immer größere Rolle. "Leder hat einen sehr hohen ökologischen Fußabdruck", erklärt Martina Gottschling, die für die Material-Innovation bei Volkswagen zuständig ist. Ihre jüngste Entdeckung ist Kunstleder aus Kaffeeresten."Appleskin" heißt die Erfindung des Südtiroler Pioniers Hannes Parth. Für die Lederalternative verwendet er den Trester, der bei der Produktion von Apfelsaft anfällt. Der Stoff ist in seiner Region in Hülle und Fülle zu haben - und viel zu schade für den Müll. Inzwischen ist die Apfelhaut ein beliebtes Material in der italienischen Modeindustrie und wird zur Herstellung hochwertiger Kleidung und Taschen verwendet.Auch die Mexikaner Adrián López Velarde und Marte Cázarez wollen mit einer heimischen Pflanze den Ledermarkt erobern: Sie nutzen Kaktus als Grundstoff und sind überzeugt, dass ihr veganes Material ein Riesenpotential hat.
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