Im Zweifel trifft es immer die Juden
Tragikomödie
Masel Tov Cocktail
Spielfilm
D 2020
30 Min.
Stereo
Dimi ist Jude. Und Russe. Und er lebt im Ruhrpott. Für all das kann er nichts. Aber dass er einem Mitschüler die Nase gebrochen hat, weil der über Juden herzog, dafür schon. Nun soll sich Dimi entschuldigen. Aber wofür? Unterhaltsamer, lehrreicher Kurzfilm über das Jüdischsein in Deutschland.
Weisst du, was man früher mit dir gemacht hätte, Jude? Diese Frage bringt Dimitrij (Alexander Wertmann), Sohn russischer Einwanderer, so aus der Fassung, dass er seinem Mitschüler die Nase bricht. Nun soll er sich entschuldigen, sonst darf er nicht auf die Abifahrt. Auf dem Weg zu seinem Mitschüler gehen Dimi einige Sachen durch den Kopf. Wie es ist, Jude in Deutschland zu sein. Mit welchen Vorurteilen jeder Mensch durchs Leben geht, bis er oder sie über einen Stein stolpert und sich unbequemen Fragen stellen muss. Oder mit der Vergangenheit nichts mehr zu tun haben möchte. Wie es der Titel schon sagt, der Kurzfilm von Arkadij Khaet und Mickey Paatzsch ist ein gut gemixter Cocktail, der auf lehrreiche und selbstironische Weise vielfältige Aspekte rund um das Jüdischsein in Deutschland behandelt. Dimi spricht das Publikum direkt an, flechtet historische Fakten ein und legt ohne erhobenen Zeigefinger Vorurteile, Antisemitismus und übertriebene Betroffenheitssympathien offen. Opferdenken ist hier fehl am Platz. Dimis Rat: "Kucken sie nach vorne und bewältigen sie die Gegenwart."
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