Re:: Eiskalter Norden
Folge 9 | Gesellschaft + Soziales
Die Müritz in Mecklenburg-Vorpommern, der größte Binnensee Deutschlands, ist Ende Januar 2026 komplett zugefroren. Ein Ereignis, das vor allem Martina Riedel und ihre "Eisvögel" erfreut. Die 68-Jährige leitet eine Gruppe von Eisbadern, die sich bei Wassertemperaturen von nur knapp über dem Gefrierpunkt minutenlang in den See trauen. Eisbaden ist nicht ungefährlich, mehrere Menschen sind in Mecklenburg-Vorpommern beim Kältebad in zugefrorenen Teichen, Seen oder in der Ostsee tödlich verunglückt. Im Norden Deutschlands und Polens sind wichtige Schifffahrtswege zugefroren, auf der Weichsel und der Oder kommen keine Eisbrecher mehr durch und auch immer mehr Seitenkanäle der Elbe werden für die Binnenschifffahrt geschlossen. Viele Binnenschiffer hängen im Eis fest. Auf dem Mittellandkanal versucht Schiffsführer Anselm Hamann auf dem "Seewolf" das Eis zurückzudrängen. Der Mittellandkanal ist eine der wichtigsten Binnenverbindungen für den Hamburger Hafen. Über ihn gelangen Güter aus Hamburg ins deutsche Binnenland und weiter nach Mittel- und Osteuropa - und umgekehrt. In Polen sind die Temperaturen in der Nacht noch niedriger als in Deutschland, was vor allem für Obdachlose lebensbedrohlich wird. Seit Winterbeginn sind bereits mehr als 40 Menschen erfroren. In Toruń kümmern sich Michał Piszczek und andere Freiwillige des Vereins Sercownia um Obdachlose, versorgen sie mit warmen Mahlzeiten und Thermozelten: In Nächten mit bis zu minus 16 Grad können diese kleinen Gesten lebensrettend sein.
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