Sehen statt Hören
Infomagazin
Angefangen hat alles 2017: Eine Gruppe von Eltern suchte nach einer Schule, die bereit war, sich auf ein Experiment einzulassen. Statt Einzelinklusion mit Gebärdensprachdolmetscher sollte eine ganze Gruppe von hörgeschädigten Kindern in eine Regelklasse integriert werden. Der Unterricht sollte dabei nicht nur in Deutsch, sondern auch in Gebärdensprache stattfinden. Es gab letztlich eine einzige Schule, die sich bereit erklärt hat: die Erfurter Gemeinschaftsschule "Am Roten Berg". Und auch heute noch ist sie die einzige, die diesen Weg gegangen ist. Für viele Eltern hörbehinderter Kinder ist die Schule "Am Roten Berg" seither die erste Wahl, wenn es um Inklusion geht. Es gibt sogar Familien, die extra nach Erfurt gezogen sind, damit ihre Kinder hier zur Schule gehen können. In diesem Herbst startet nunmehr die vierte Klasse mit gehörlosen, schwerhörigen und hörenden Schülern. Was macht sie so besonders? Der bilinguale Unterricht in Deutsch und Gebärdensprache. An der Schule gibt es 16 hörbehinderte Kinder und 26 hörende Kinder. Sie verteilen sich auf zwei Räume - in einem lernen die Klassen 1 und 2 zusammen, im anderen Klasse 3 und 4. So können die Schüler Kontakt halten und die Lehrer flexibel hin und her wechseln.
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